Offenes, selektives, Einladungs- und freihändiges Verfahren einfach erklärt
Die Verfahrensart bestimmt, wer teilnehmen darf, wann die Eignung geprüft wird und wie viel Wettbewerb stattfindet.
Sacha Gönczy · Mitgründer von Sealio
Vier Verfahren im Vergleich
| Verfahren | Zugang für Anbieter | Ablauf |
|---|---|---|
| Offen | Alle geeigneten Anbieter können eine Offerte einreichen. | Eignung und Angebot werden im gleichen Verfahren geprüft. |
| Selektiv | Alle können einen Teilnahmeantrag stellen; nur ausgewählte Anbieter reichen eine Offerte ein. | Zwei Stufen: Präqualifikation, danach Offerte. |
| Einladung | Die Vergabestelle lädt ausgewählte Anbieter ein. | Begrenzter Wettbewerb unter den Eingeladenen. |
| Freihändig | Direkte Vergabe an einen Anbieter. | Nur im Wertbereich oder in begründeten Ausnahmefällen. |
Was Anbieter praktisch anders machen
Im selektiven Verfahren muss der Teilnahmeantrag bereits zeigen, dass Referenzen, Team und Leistungsfähigkeit passen. Im offenen Verfahren laufen Eignung und Angebotsarbeit parallel. Im Einladungsverfahren bleiben die publizierten Regeln massgebend; informelle Kommunikation ändert daran nichts.
Die Verfahrenswahl hängt unter anderem von den Schwellenwerten 2026/27 und vom anwendbaren Erlass ab. Eine Übersicht bietet das offizielle Vergleichsdokument BöB/IVöB.
Qualifikation bleibt der erste Schritt
Klären Sie Zugang, Fristen und Nachweise, bevor Sie Ressourcen einplanen. Der Praxisleitfaden für Anbieter und die 60-Minuten-Qualifikation helfen bei dieser Entscheidung.
Häufige Fragen
Kann jedes Unternehmen an einem offenen Verfahren teilnehmen?
Jedes Unternehmen kann grundsätzlich eine Offerte einreichen, muss aber sämtliche Teilnahme- und Eignungsbedingungen erfüllen.
Was ist die Besonderheit des selektiven Verfahrens?
Es hat zwei Stufen. Zuerst werden Teilnahmeanträge und Eignung geprüft. Danach dürfen nur ausgewählte Anbieter eine Offerte einreichen.
Ist eine freihändige Vergabe immer unterhalb eines Schwellenwerts möglich?
Der anwendbare Erlass und der geschätzte Auftragswert sind zu prüfen. Oberhalb der Schwelle braucht es einen gesetzlichen Ausnahmegrund.
Wichtigste Erkenntnis
Die Verfahrensart verändert Zugang und Timing. Prüfen Sie zuerst, in welcher Stufe welche Nachweise und Entscheidungen fällig sind.
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